Bleistiftzeichnungen

Die Bild im Bild –Thematik der großen Pastelle wird in den Bleistiftzeichnungen andersartig weitergeführt. Zeichenfolgen auf Transparentpapier entstehen. Folmer nutzt wie ein Comiczeichner die Transparenz des Papieres, um isolierte Bildgegenstände von der einen in die andere Zeichnung zu übernehmen oder Variationen durchzuspielen. Unvermittelt lässt er Figuren, Gegenstände bzw. Teile oder Überbleibsel derselben aufeinanderprallen: skurril, paradox, tragisch-komisch.
Die Erfindungen einiger Bleistiftzeichnungen haben Wurzeln in Arbeiten aus der Zeit des Fellbacher Ateliers: dort spießt Folmer alte Spielzeugteile auf Nadeln, die er in Knetmasse gesteckt aufstellt und fotografiert. Die Prozession hier wird angeführt durch einen Kopf ohne Körper, hinter dem ein Krieger ohne Unterleib kämpft, gefolgt von einem Unterleib ohne Rumpf (mit leerem Aufsteckknopf), dem sich ein Pferd ohne Reiter vor einem bemannten Wagen ohne Pferd anschließt. Die Gruppe wird verfolgt von einem Soldaten mit gezogener Pistole.